Gekauft und aufgebaut: Meine Virtual-Pinball-Konsole kam als Bausatz von eBay
Flipper als Bausatz

Gekauft und aufgebaut: Meine Virtual-Pinball-Konsole kam als Bausatz von eBay

3,2,1 … MEINS! Ich habe mich ja lange damit aufgehalten, in welcher Form der Traum nun in Erfüllung gehen soll: Ein klassischer Flipper gegenüber einem fertigen VPin und einem ‘Virtuellen Flipper’ als (Budget-)Bausatz. Im letzten Blogbeitrag überlegte ich noch, welchen Flipper ich kaufen sollte und habe viele Gründe abgewogen und die Geräteklassen verglichen. Der Findungsprozess ging aber rasch vorbei, nachdem ich in meine Geldbörse geschaut habe. Dazu der Termindruck zum Geburtstag meiner Liebsten und ich wollte endlich anfangen, statt nach einem leeren alten Flippergehäuse zu suchen. Was das alles kostet und was man beachten muss, habe ich in diesem Blogartikel zusammengefasst und dient Dir vielleicht als Stütze bei Deiner Entscheidung.

Es gibt so viele Gründe vor so einem Projekt abzuwägen, dass ich jedem raten möchte sich das genau zu überlegen, welche Form des Pinball Projekts denn das Richtige ist.

Warum ich jetzt den Virtual Pinball als Bausatz von eBay bestellt habe?

In meinem Fall waren folgende Punkte entscheidend:

1. Der Kostenfaktor war (leider) der Hauptgrund für den Bausatz. Ich wollte unter 500 Euro bleiben und nicht gar einen vierstelligen Betrag investieren müssen, sonst hätte ich das Thema gleich fallen lassen.

2. Die Optik ist mir wichtig, sonst hätte ich auch einen alten Fernseher mit Tastatur auf den Couchtisch legen können. Im Ernst, ein Geburtstagsgeschenk soll ja auch was hermachen und ich hab ja schon erwähnt, dass der Flipper nicht für mich ist 🙂 *hüstel* zumindest nicht nur 😉 Doch das montierte Endgerät sieht nicht nur dank der Rahmenkonstruktion in Aluminium und den Außenteilen in gebürstetem Edelstahl viel hochwertiger aus, als beispielsweise foliertes Holz wie bei Geräten von der Stange. Dazu kommt noch, dass es dazu noch leichter und zugleich stabiler ist.

3. Meine Bereitschaft mich in das Fachwissen aus einer völlig anderen Arcade-Welt einzuarbeiten. Rückblickend, wo ich auch nach der Inbetriebnahme des Flippers den Boden der Möglichkeiten des Gerätes noch immer nicht erreicht habe, ist dies wirklich zwingend notwendig! Man braucht viel mehr Zeit sich in das Thema einzuarbeiten und wie man die Hard und Software konfiguriert, als einen Flipper zusammenzubauen. Darauf werde ich in anderen Blogs aber noch eingehen, hier bin ich noch nicht ganz durch. Was ich aber sagen möchte ist, dass unter dem Strich wirklich viel mehr Zeit vergeht, ehe man losflippern kann!

4. Einen Bausatz nur anzugehen, wenn man handwerklich mindestens mittelmäßig begabt zu sein glaubt. Ein besonderer Bonus ist es jedoch, wenn man mit etwas Wissen im Bereich Elektrotechnik glänzen kann. Der Aufbau eines solchen Spiel-Gerätes sollte Spaß machen. Wer bei einem Bausatz keinen Spaß findet – bitte ein fertig montiertes Gerät kaufen oder eine längere Projektzeit einplanen.

Der ‘Virtual Pinball’ Bausatz, den ich auch mir bei eBay gekauft habe, ist jedoch relativ einfach aufzubauen. Das zeige ich später noch im Aufbau-Video, wie einfach Joachims Flipper Kit zusammenzusetzen ist.

Bei mir ist von meiner Ausbildung zum (Büro)Informationselektroniker genug hängen geblieben, dass ich mich vor Schaltkreisen und dem Verdrahten von Elementen nicht fürchte, ich finde es sogar ziemlich spannend. Das Verdrahten der Elektronik und der Taster ist bei dem hier erwähnten Bausatz auch kein Problem – es ist alles bereits fertig und muss nur noch zusammengefügt werden, löten brauchen wir nicht! Doch das mag bei anderen Bausätzen nicht so sein, das kann ich nicht beurteilen.

5. Den Platz für den Flipper geprüft?
Dann war da noch das Platzproblem in unserer Wohnung. Aufgrund des bereits bei uns eingezogenen 1987er Arcade Automaten ist der Platz nicht gerade üppig, der für ein weiteres Gerät zur Verfügung steht. Ein echter Flipper in Originalgröße hätte jedenfalls keinen Platz gehabt – zumindest nicht auf Dauer.

Als letzten Grund möchte ich noch das ‘Nudging’ erwähnen, das bei dem Bausatz als besonders Feature beschrieben wurde. Kits von Sharpin und andere Geräte boten das zum Zeitpunkt des Kaufs nicht an! Auch wenn ich mir das physikalische Schlagen bei einem ‘Virtual Pinball kaum vorstellen kann, um mit Schubsen des Gerätes die Kugel zu retten, war ich doch gespannt wie das in dieser virtuellen ‘Realität’ funktionieren sollte. Ich kann aber schon Spoilern – es funktioniert erschreckend realistisch 😉

Das ist die Virtual-Pinball-Konsole als Bausatz von eBay

Vor dem Kauf habe ich mich in allen Richtungen umgesehen und blieb erst beim Mitbewerber Sharpin hängen, dessen Geräte auch attraktiv aussehen. Doch die Kosten bei einem Serienprodukt waren wir zu teuer. Der Bausatz dieses Pinball Sets wird händisch erstellt, zudem hat sich hier jemand richtig etwas dabei gedacht, was bei dem Aufwand einer (nicht Serien-)Produktion meiner Meinung nach den Preis gerechtfertigt. Das setz kommt schließlich auch mit einem Acer 24 Zoll Monitor, der zwar “refurbished” ist, aber wenn er funktioniert?! Klare Sache meiner Meinung nach und mit dem 24″ spart man nicht nur eine Menge Platz. Dieses Modell ist imho ideal für den Einstieg in die digitale Pinball-Welt geeignet.

Wer sich für den Bausatz interessiert, kann ᐅ hier mit dem Verkäufer auf eBay in Kontakt treten. Vielleicht wird ja auch gerade einer angeboten, das kann aber immer dauern, wenn einer verkauft wird. Die Einzelteile werden in Handarbeit gefertigt.

Was kostet ein Virtual Pinball im Bausatz bis zum fertigen Gerät?

Auch diese Frage lässt einigen Spielraum zu, denn es kommt darauf an, ob man ein als Konsole einen PC oder eine Android-Box einsetzen möchte. Beides hat sowohl Vor- als auch Nachteile.

Möglichkeit A: Nur ein Flipper Standgerät ohne Backglas

Der fertige Flipper Hardware-Aufbau
Der fertige Flipper Hardware-Aufbau OHNE Backglas

Wer kein Backglas, also einen zweiten Bildschirm als Scoreboard und stilvolle Deko einsetzen will, spart doppelt. Dann reicht im Prinzip eine möglichst starke TV-Box mit Android aus. Diese bekommt man ab 60-100 Euro im Handel und ich werde in einem separaten Artikeln einmal zeigen, welche Qualität man mit einer Android-Konfiguration erwarten kann. Und wer dennoch einen PC einsetzen möchte, spart an der Grafikkarte, da für einen zweiten Monitor schon etwas mehr RAM und Leistung nötig ist.

Vorteil mit Android: Nachteile mit Android:
+ Tische sind gleich 90 Grad gedreht ausgerichtet weniger Tische
+ Inbetriebnahme ist (viel!) leichter als mit einem PC weniger Software
+ weniger Stromaufnahme kein zweiter Bildschirm
+ viel billiger weniger Freiheit in den Möglichkeiten

Möglichkeit B: Ein Flipper mit Backglas

Back to The Future
Back to The Future Pinball mit Backglas (zweitem Monitor), Soundbar auf Pinball FX3

Wer die Deluxe-Version aufbauen möchte, kommt um einen PC nicht herum, da eine stärkere Grafikkarte und zwei Anschlüsse für Monitore nötig sind.
Man glaubt nicht, was für ein Konfigurationsaufwand nötig ist, wenn man über das Spiele-Angebot von Steam hinaus gehen möchte. Auf die Software gehe ich aber noch einmal in einem anderen Blog genauer ein, in dem Beitrag wollte ich nur die Hardware unter der Lupe haben.

Vorteile mit dem Betrieb am PC Nachteile mit dem Betrieb am PC
+ sehr viele Tische Mehrkosten für PC, Grafikkarte und zweiten Bildschirm
+ hoher Realismus sehr viel Konfigurier- und Experimentieraufwand
+ frei konfigurierbar Windows Probleme und Wartung

Was kostet die Hardware des Virtual-Pinball denn nun wirklich?!

Auf zur Preisliste, die ich so günstig wie möglich kalkuliere, um das Budget möglichst kleinzuhalten. Wer einen PC nutzt, kann natürlich die Android TV-Box wieder herausnehmen und umgekehrt. Das sind zumindest die Kosten, die ich bisher hatte – wobei ich mir eine Android TV-Box gekauft habe, die sich leider nicht 90° Grad drehen lässt. Hier sollte man aufpassen, denn den Flipper spielt man auf dem Einbaumonitor natürlich im hochkant, wie ein echter Flipper. Wer Modelle kennt, die man drehen kann, bitte melden – ich werde hier auch weiter Recherche betreiben und mich damit zurückmelden:

1x Virtual-Pinball Bausatz ca. 500.- Euro
1x zweiter Bildschirm 15″ (eBay Kleinanzeigen) 10.- bis 20.- Euro
1x Soundbar mit Beleuchtung und USB Stromversorgung 10 Watt für besseren Sound ca. 20.- Euro
1x Android TV-Box 60.- bis 100.- Euro
1x refurbished PC i5/8GB Ram/ 256GB SSD 199.- Euro
1x Nvidia GTX 750ti mit 4GB(eBay Kleinanzeigen) 50.- Euro
1x USB Verbindungskabel (nicht Verlängerungskabel!) 5 Euro
1x Mouse und Tastatur 15.- Euro oder hat man noch irgendwo rumliegen

Das ist unter dem Strich schon eine Stange Geld, aber wir sind noch immer unter 1000.- Euro, was mein Limit war. Trotzdem wollte ich KEINE Abstriche in der Qualität und auch modernste Flipper starten können, die hohe Ansprüche an die Grafikkarte stellen.

Der Film über den Pinball Bausatz und wie man diesen zusammenbaut

Vorrangig Geduld und etwa ein bis zwei Stunden Zeit. Sogar der Inbus-Schlüssel für die Schrauben war im Lieferumfang enthalten. Der Flipper Bausatz ist so ausgetüftelt, dass man sich zwar zur Beruhigung gerne den Werkzeugkoffer hinstellen kann – man wird diesen aber wahrscheinlich nicht brauchen.

Ich habe vom Zusammenbau einen Film gemacht, der eigentlich jeden Schritt genau erklärt:

Hilfreich ist natürlich Interesse an der Thematik, darauf bin ich ja schon eingegangen. Die Warnung kann ich nur noch einmal mit Nachdruck aussprechen. Einen Bausatz sollte man wirklich nur kaufen, wenn man bereit ist, sich in das Thema einzuarbeiten. Wenn das Gerät fertig montiert ist: Man kann NICHT gleich losflippern. Dann geht es los mit der Konfiguration der Software – Arcadefans kennen das von Jamma oder Mame Emulationen. Trotzdem kann ich jedem Menschen, der nur wenig handwerklich begabt ist, dieses Pinball Set empfehlen. Man wird durch ein echt cooles Endgerät und Unikat belohnt, das Spaß macht und sein Geld wert ist.

Wenn Du Fragen hast, nutze bitte die Kommentarfunktion im Blog. Nächstes Mal werde ich erklären, welche Software man installieren kann und wie das im Detail geht – hier bin ich selbst noch dabei, einiges zu lernen 🙂

Viele Grüße und danke für Dein Interesse,
Jürgen

Jürgen Jester

Hallo, ich bin Jürgen, Level 49, Gamer, Grafiker und Webentwickler. Am liebsten spiele ich mit meiner Familie Gesellschafts- und Videospiele. Da das nicht immer so möglich ist, wie ich es mir so wünsche, blogge ich hier gelegentlich auf Video-Play.de über unsere Favoriten auf Android, PC, Xbox oder unserer Arcade Ecke. Hin und wieder auch über ganz alte Kamellen, die mich einfach nicht loslassen.

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